Alleine wohnen - die erste eigene Wohnung

Von zu Hause ausziehen ist für viele keine leichte Entscheidung. Was kommt da auf mich zu? Wie werde ich mit der neuen Situation zurechtkommen? Wird das Geld für die erste eigene Wohnung ausreichen? Fragen, die einen in dieser wichtigen Lebensphase beschäftigen. Und das ist vollkommen normal und auch gut so. Sich vor dem ausziehen von zu Hause gründliche Gedanken zu machen, ist wichtig, um sich bereits auf die Situation „alleine wohnen“ einzustellen und unangenehme Überraschungen so weit wie es geht zu vermeiden.

Wir möchten dir einige Tipps und Denkanstöße auf den Weg geben, um dich noch besser auf ein Leben in Selbständigkeit vor zubereiten.

Wann sollte/kann ich von zu Hause ausziehen?
Kann ich mir alleine Wohnen überhaupt leisten?
Was wird mich da draußen noch erwarten?
Warum es schlussendlich wichtig ist das traute Heim zu verlassen?
Pro und Contra: So fällt die Entscheidung leichter.


Wann sollte/kann ich von zu Hause ausziehen?

Gute Frage, die wir dir leider so nicht beantworten können. Das ist schließlich von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt viele Gründe für das Ausziehen von zu Hause, ob freiwillig oder zwingend notwendig aufgrund von Ausbildung, Studium oder anderen Lebensumständen.
In der besten Lage befindest du dich natürlich, wenn du freiwillig entscheiden kannst, ob du dein Elternhaus verlassen und alleine wohnen möchtest oder nicht. Eine Frage, die du dir dabei stellen musst: Bin ich bereit für ein Leben ohne meiner Familie in meiner unmittelbaren Umgebung, kann ich mir alleine wohnen vorstellen? Denn es werden Situationen auf dich zukommen, die dich bestimmt das eine oder andere Mal aus der Bahn werfen werden. Wichtig ist, dass du wieder auf den Zug aufspringst. Deshalb, zieh erst von zu Hause aus, wenn du dazu bereit bist. Natürlich sollest du die Gutmütigkeit deiner Eltern nicht ausnutzen und ewig zu Hause wohnen, zumal das bei der Partnerfindung in einem gewissen Alter nicht unbedingt förderlich ist.


Kann ich mir alleine Wohnen überhaupt leisten? 

Das ist wohl abgesehen von der Frage, ob du überhaupt bereit bist von zu Hause auszuziehen, die Wichtigste. Denn ohne Moos nichts los! Deshalb überlege dir gut, wie du deine eigene Wohnung finanzieren kannst. Die Frage ist nämlich nicht was möchte ich mir leisten, sondern was kann ich mir überhaupt leisten. Alleine wohnen kann teuer sein! Junge Menschen verschulden sich deshalb, weil sie sich im Vorhinein keinerlei Gedanken zum Thema Kosten machen. Also, sei etwas cleverer und mach nicht auch diesen Fehler. Informiere dich genau darüber wie viele eigene Einnahmen plus evtl. Unterstützung (Eltern, Staat usw.) du hast bzw. bekommst und mach dir Gedanken darüber, ob du davon eine eigene Wohnung finanzieren kannst. Bitte vergiss auch nicht, dass außer Wohnungsmiete auch noch Kosten wie Lebensmittel, Auto, Handy/Telefon und weitere Nebenkosten anfallen. Mach hier doch einfach mal die Probe auf’s Exempel und stell deine Ein- und Ausgaben gegenüber.


Was wird mich da draußen noch erwarten?

Auf jeden Fall viel Neues, dass dir vorher noch fremd war. Die Entscheidung von zu Hause auszuziehen und alleine wohnen ist für die meisten jungen Menschen ein sehr großer Schritt, der oftmals nicht nur Freude, sondern auch Angst bereitet. Die Gefühle fahren dabei häufig Achterbahn. Was erwartet mich da draußen, was kommt da auf mich zu, wie geht’s weiter. Dich wird eine Mischung aus Verlust der Familie und Freude auf ein neues eigenes und selbständiges Leben erwarten. Dieses Gefühl, dass man jetzt auf sich allein gestellt ist, macht einen stolz, aber gleichzeitig auch unsicher und nervös. Ein ganz neues Leben beginnt! Aber mach dir keine Sorgen, das geht jedem so. Gemischte Gefühle sind ganz normal und werden mit der Zeit auch langsam abnehmen.

Abnabelungsprozess

Anfangs pflegt man noch einen intensiveren Kontakt zur Familie, der dann nach und nach aufgrund der neuen Umgebung und den vielen Eindrücken, an die man sich dann doch recht schnell gewöhnt, abnimmt. In der Regel wirst du schnell neue Leute kennen lernen, sei es in der Arbeit oder Studium sowie bei deinen Freizeitaktivitäten und abends beim Ausgehen. Natürlich geht es da jedem ein bisschen anders und so dauert der Abnabelungsprozess von zu Hause auch unterschiedlich lang. Das hängt wohl immer davon ab, was für ein Typ Mensch (spontan, phlegmatisch, schüchtern, selbstbewusst, ruhig, laut usw.) du bist.

Lass dich nicht unterkriegen

Natürlich spielt dabei auch die Entfernung von zu Hause eine große Rolle. Lebe ich im Nachbarhaus neben meiner Familie, ein paar Orte weiter, in einer anderen Stadt oder sogar weiter weg im Ausland. Es ist einfach eine neue Situation an die man sich erst gewöhnen muss. Lass dich deshalb nicht unterkriegen. Versuch dir dein neues Leben so schön wie möglich zu gestalten. Um sich mit der neuen Situation „alleine Wohnen“ wohler zu fühlen helfen häufig schon Kleinigkeiten. Versuch es zum Beispiel mit Ritualen, die du dir vielleicht bereits in deinem alten Leben angewohnt hast (morgens joggen gehen, Tasse Kaffee oder Tee beim fertig machen im Bad trinken, abends deine Lieblingsserie gucken usw.).

Such dir außerdem bei deinen Eltern Rat, wenn du kannst (Freunde sind da natürlich auch sehr hilfreich). Sie waren schließlich auch mal Jung und mussten das Gleiche durchmachen wie du jetzt. Auch wenn du Ratschläge von deinen Eltern nervig oder uncool findest, versuch diese trotzdem anzunehmen, denn deine Eltern sind älter und erfahrener und wissen meist von was sie sprechen.

Alleine wohnen

Und wenn all das nicht hilft, dann sieh’s doch mal von der positiven Seite: Du kannst ab jetzt in deinen eigenen vier Wänden tun und lassen was du willst. Dich fragt keiner wo du hingehst und wann du nach Hause kommst. Keiner nervt, weil du mal wieder deine Sachen rumliegen lässt. Du kannst, wenn du willst, nackt durch die Wohnung tanzen, aufräumen, Wäsche waschen und putzen wann du Lust dazu hast - also nie!

Einfach ein gutes Gefühl

Und noch eine Sache, die auf jeden Fall großartig ist, wenn du deine erste eigene Wohnung beziehst: Das Einrichten macht irrsinnig viel Spaß, weil du dir deine eigene kleine Wohnoase gestaltest. Du schaffst was Eigenes und das gibt dir ein unbezahlbar gutes Gefühl.


Warum es schlussendlich wichtig ist das traute Heim zu verlassen?

Irgendwann denkt jeder darüber nach das warme, behütete Nest zu verlassen. Wichtig ist nur seine Gedanken auch in die Tat umzusetzen und früher oder später den Schritt in die Selbständigkeit und Unabhängigkeit zu wagen.

Ja, wir sind bequem, teilweise faul, haben Schiss, unsere Eltern wollen uns und wir sie nicht los lassen und eigentlich können wir uns alleine wohnen gar nicht leisten, weil alles so teuer ist. Und trotzdem liebe Leute da draußen, die sich dadurch auf irgendeine Art und Weise angesprochen fühlen: Das Leben ist hart und ungerecht! Denn auch du musst irgendwann das traute Heim verlassen, wenn du nicht als „Muttersöhnchen“ abgestempelt werden willst. Deshalb hier ein paar Grundregeln, um dies zu vermeiden:

1. Lerne dich um dich selbst und deine Angelegenheiten zu kümmern. Das ist der erste Schritt zur Selbständigkeit und Unabhängigkeit.

2. Nabel dich von deinen Eltern ab, sie werden dein Leben nicht immer für dich in die Hand nehmen können. Ganz im Gegenteil, irgendwann wirst du dich um sie kümmern müssen.

3. Werde mutiger und trau dich einfach los zulassen, dir wird sowieso nichts anders übrig bleiben. Du wirst nicht der/die Erste sein, der/die mal auf die Schnauze fällt.

4. Lebe nicht aus der Tasche deiner Eltern. Eine gewisse Unterstützung ist ja in der Anfangszeit verständlich, aber irgendwann solltest du auf deinen eigenen Füßen stehen, auch wenn das bedeutet, dass du vielleicht auf einen Flachbildschirm verzichten musst.

5. Und selbst dann hat es was positiven, denn nur so wirst du dein eigen verdientes Geld schätzen lernen.

Das mag zwar jetzt alles sehr nach Klugscheißern klingen, aber nur so kann Man/Frau selbstständig und erwachsen werden. Oder sag du mir, wie viele deiner Vorbilder noch zu Hause bei den Eltern wohnen.


Pro und Contra: Alleine wohnen? So fällt die Entscheidung leichter.

Pro

  1. Freiheit – Du bist dein eigener Herr bzw. Frau
  2. Deine Selbstständigkeit steigt, da dir niemand Aufgaben abnimmt
  3. Du kannst die Inneneinrichtung frei nach deinen Wünschen gestalten
  4. Du entscheidest, wann und was du isst
  5. Du hast die absolute Ruhe und Entspannung, wenn du daheim bist
  6. Du bestimmst das TV Programm
  7. Du kannst nackt in der Wohnung rumlaufen!
  8. In der Regel mehr Platz und Raum sich zu entfalten
  9. Das Gefühl, sein eigenes Reich zu haben
  10. Du kannst jedes Wochenende ein anderes Mädel / einen anderen Kerl mit nach Hause nehmen
  11. Du putzt nur deinen eigenen Dreck

Contra

  1. Du hast niemanden da, mit dem du sprechen kannst
  2. Du kannst keine Kosten für Miete, Strom, DSL etc. teilen
  3. Du kochst nur für eine Person und das ist teuer und ineffizient
  4. Du musst die Wohnung alleine putzen
  5. Bei Krankheiten brüht dir niemand einen Tee und bringt Zwieback
  6. Niemand da, der dich aufbaut, wenn‘s dir schlecht geht
  7. Niemand klaut dir die Schminke oder dein Deo
  8. Alleine Wohnen ist in der Regel teuer

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